Die Geschichte einer Familie
An einem kalten Sonntagmorgen schlenderte Hardy auf dem Weg
zum Hochamt, wie Sophia und der Anstand es verlangten, artig hinter seinen Schwiegereltern her. Lilli hielt
sich an seinem Arm fest, denn auf ihrem Weg
zur Kirche hatte Petrus einige Hindernisse in Form von spiegelglatten
Eisflächen ausgelegt. Mit Fantasie und
Humor erzählt die Autorin wie einst Hanna Elisas Vorfahren aus vielen Ländern
Europas zusammen fanden, und sie Tatkräftig und optimistisch ihr Leben in der
Fremde gestalteten.
Inhalt
Hanna Elisa
fliegt gemeinsam mit ihrem Mann in den Mittleren Osten, um ihre Tochter und das
neugeborene Enkelkind zu besuchen. Auf dem langen Flug führen die Gedanken sie
in eine Zeit, die sie nur aus Erzählungen ihres Vaters und ihres Großvaters
kennt, verfangen sich in den unruhigen Zeiten ihres eigenen Beginns.
Es begann
alles auf einer Hochzeit, als die fröhliche Lilli dem Marinesoldaten Hardy
begegnete, der einst ausgesandt wurde die Welt zu erobern. Der ehemalige U-Boot
Funker Hardy, Sohn eines Bergarbeiters oft nur knapp dem Tod auf den Weltmeeren
entronnen und Lilli, ein unbekümmertes rheinisches Mädchen, planten voller
Zuversicht ihre gemeinsame Zukunft. Tatkraft und Ideenreichtum, Optimismus und
Humor prägten ihre Taten, die sie auch die schwierigsten Zeiten überstehen lässt.
Hanna Elisa erlebte zwei Welten. Da war Lillis Familie, angeführt von Jakob,
dessen hohes Ansehen im Dorf ihn zum Berater der Unsicheren machte. Von ihm
lernte Hanna Elisa schon früh, sich einzumischen und die streng katholische
Großmutter, die dem Kind nicht erlaubte am Morgen vor dem Beten zu singen. Im
Ruhrgebiet lebten Hardys Eltern, unpolitisch und nicht nur zu Jakobs Entsetzen
waren sie einst Befürworter Hitlers Politik. Erst als die Auswirkung des
Krieges auch ihre Familie erreichte entstanden Zweifel. Hier erlebte Hanna Elisa Urlaubstage ohne
Fesseln, Zusammentreffen der Nachbarschaft auf der Bank unter dem Fliederbaum,
gemeinsames Musizieren, Toleranz - aber auch das Auseinandergehen der
langjährigen Gemeinschaften, als der Fernseher seinen Siegeszug antrat.
